Pinterest – das neue Social Network aus den USA

Pinterest ein Social Network mit vielen Möglichkeiten und Gefahrenquellen für Unternehmer. Das noch junge Social Network wird bereits in den USA gehypt und setzt sich immer mehr in Deutschland durch. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine Pinboard-Seite, die mit den Interessen einzelner Nutzerbilder bestückt wird. Die Anwender des Boards können ihre favorisierten Bilder, entsprechend eigener Themengebiete anlegen, hinzufügen, mit anderen teilen und kommentieren. Derzeit ist es nur über eine Einladung durch einen Pinterest-Nutzer möglich, in das Social Network zu gelangen.

Unternehmen auf Pinterest

Es gibt bereits einzelne Online-Shop Betreiber, die ihre Waren auf Printerest anbieten, gefunden werden können sie unter der Rubrik Gifts oder der eigenen Firmenseite bzw. Firmenboard. Insbesondere für den E-Commerce bieten sie zusätzliche Werbemöglichkeiten. Innerhalb der Pinboardangaben von Waren, sollten Unternehmer darauf achten ihre spezifischen Keywords zu nutzen, um eine bessere Sichtbarkeit innerhalb der Suchmaschinen erzeugen zu können. Vorrangig wird empfohlen, die Indexierung des Bildmaterials über Google zu steuern, da Google binnen 20 Minuten neue Bilder auflistet, während andere Suchmaschinen einen Zeitrahmen von mehr als drei Tagen aufweisen.

Gefahrenquellen und Möglichkeiten auf Printerest

Wie bei jedem Social Network sind auch hier die AGBs wichtig, daher ist den Unternehmen anzuraten, diese genauestens zu lesen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Pinterest hat bereits seine AGBs ganz im Facebook Style geändert, diese treten am 06.04.2012 in einer Neuauflage in kraft. Da viele Nutzer verunsichert waren, wegen einzelner Klauseln, welche Pinterest unteranderem das Recht einräumten, Bildmaterial zu verkaufen.

Für SEO (Search Engine Optimization) gilt, dass auf Pinterest abgelegtes Bildmaterial auf der Unternehmens-Website zu finden sein sollte, zu achten ist natürlich auch auf die Benennung der einzelnen Bilddateien. Wichtig auf der Plattform Pinterst ist, dass hinzugefügtes Bildmaterial über die Funktion „Add a pin“ abzulegen ist, und die Bild-URL im dafür vorgesehenen Formblatt einzutragen ist.

Rechtliches

Aus juristischer Sicht gilt – ein jeder Verstoß gegen das geltende deutsche Datenschutzrecht, kann zu einer Abmahnung führen.
Umgehen können Unternehmen diese, indem sie entsprechende Warnungen für den Nutzer hinterlegen und darauf aufmerksam machen, dass Nutzer keine vertraulichen Informationen über eine private Nachricht an das Unternehmen versenden, außer diese sind über einen geschützten Bereich der Unternehmens-Website zu finden.

Zwar gehen Nutzer und Unternehmen auf Social Networks davon aus, dass nur öffentlich gemachte Nachrichten auch die Öffentlichkeit erreichen, dennoch weisen Pinterest und ander Social Networks darauf hin, dass sie die Veröffentlichung von privaten Nachrichten nicht sicherstellen können.

Beispielsweise sieht man auf vielen Unternehmens-Seiten im Social Network den hinterlegten Hinweis „Senden Sie uns eine private Nachricht“, wird diese Funktion nun vom Nutzer dafür genutzt, um zum Beispiel einen Bankauszug an das Unternehmen zu übermitteln, verstößt diese Aktion bereits gegen das geltende deutsche Datenschutzgesetz und kann geahndet werden.

Der Plattform-Betreiber des Social Networks vermerkt in seinen AGBs, dass er nicht zur Verantwortung gezogen werden kann und auch nicht dafür garantieren kann, dass diese Daten weiter verwendet werden. Eine zusätzliche Gefahrenquelle, für die Strafbarkeit der Unternehmen, ist, dass die Sammelleidenschaft von Nutzer-Daten seitens der Plattformbetreiber gegen das BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) verstößt.

Der BDSG regelt Unteranderem das Verwenden von Nutzerdaten und besagt, dass das Speichern von personenbezogenen Daten, nicht erlaubt ist. Bekannt ist jedoch, dass auf Social Networks Daten nicht gelöscht, sondern lediglich deren Verknüpfungen seitens der Plattform-Betreiber aufgehoben werden.

Verwendungsrechte an dem hochgeladenen Bildmaterial

Pinterest behält sich vor, die von Nutzern eingestellten Bilder auf seiner Plattform weiterzunutzen.
Dies bedeutet, das Pinterest die hochgelandenen Bilder ggf. verändern und lizenzieren kann. Ab dem 06.04.2012 soll der Verkauf von Bildern durch Pinterest ausgeschlossen werden. Pinterest äußert sich wie folgt: „Es war nie unsere Absicht von Nutzern eingestelltes Bildmaterial zu verkaufen.“ Somit bleiben die Bilder, das Eigentum der Besitzer. Einige Ungereimtheiten bleiben dennoch weiterhin bestehen.

Kostenlose Backlinks

Pinterest erzeugt über die Bild-URL, die in entsprechenden Formularen angegeben werden kann, einen kostenlosen Deep Link zu Bildern die, auf dem Unternehmens-Server abgelegt worden sind. Unternehmer können unter den Bildern sogenannte Textlinks zu den verschiedenen Domains einblenden und kostenlose Backlinks für entsprechende SEO-Maßnahmen integrieren und ausbauen.

Bilder teilen

Pinterest bietet seinen Nutzern eine bequeme und intuitiv angelegte Benutzerführung an, die das Teilen von Bildern über die angelegten Boards erleichtert. Derartige Funktionen bringen auch einige zu berücksichtigende Urheberrechtsklauseln mit sich, die insbesondere für Unternehmer wichtig sind.

Eine passende Lektüre findet sich auf der Internetseite der Anwaltskanzlei Schwenke und Dramburg „Pinterest und die rechtlichen Grenzen beim Teilen und Verlinken“, wieder.

SEO-Maßnahmen für den E-Commerce auf Pinterest

Wie bereits beschrieben, erzeugt Pinterest Backlinks zu Bildmaterial, die auf den Servern der Unternehmen abgelegt wurden. Dies bedeutet, das wenn beispielsweise ein Bild von einem Produkt auf dem Nutzer-Board hinterlegt wird, dieser durch technische Modifikationen automatisiert wird und auf den Link des Online-Shops zurückgreift. Die Relevanz für Suchmaschinen besteht im setzen der DoFollow Funktion, da diese externen Links, über die Pinboard-Seiten geleitet werden.

Dies hat den Hintergrund, dass Google in den kommenden Wochen einen neuen GoogleBot für das Indexieren aller Website einsetzen wird. Der GoogleBot spürt insbesondere alle Seiten auf die überoptimierten Seiten mit geringem Mehrwert für die Nutzer haben und verschiebt diese Webseiten in der Suchanfrage nach hinten.

Für Werbefachleute ist Pinterest positiv zu bewerten, da sie mit relativ einfachen Mitteln einen Expertenstatus ausbauen können. Dies bietet einen Vorsprung zu Konkurrenz-Marken, die noch nicht das Angebot von Pinterest nutzen. Insbesondere ist zu beachten, dass bei etwaigen Bemühungen mehrere Boards angelegt werden sollten, um strukturiert einzelne Marken und Produkte zu bewerben.

Pinterest und Verknüpfungen mit anderen Social Networks

Darüber hinaus bietet Pinterest seinen Nutzern die Möglichkeit, über einen bereits bestehenden Facebook – und Twitter Account sich auf der Plattform anzumelden und Inhalte auf den jeweiligen Social Networks zu teilen. Der Streueffekt von Content Inhalten kann hierbei für die einzelnen Marken ausgebaut werden und wirkt sich positiv auf SEO und die jeweiligen Social Media-Maßnahmen aus.

Zu beachten ist hierbei:

1.Regelmäßigen Content für Nutzer der Plattform anzubieten.
2.Content, der auf einem Mehrwert für den einzelnen Nutzer gebaut ist.
3.Qualitativ hochwertiges Bildmaterial freizugeben

Zu berücksichtigen ist unteranderem, dass derzeit 80% der Nutzer weiblich sind. Daher sollten Bilder, die durch Unternehmen hinterlassen, werden, besonders ansprechend sein und in ihrer Form nicht überall zu finden. Der Grundsatz einzigartig zu sein und das markenspezifische Lebensgefühl zu vermitteln sollte fokussiert werden.

Bilder bieten eine Vielzahl von kreativen potenzial welches ausgeschöpft werden kann. Der gewählte Content sollte einen gewissen Funfaktor mitbringen und nicht nur im Hinblick auf Werbemaßnahmen gestützt werden.