Holtzbrinck verkauft VZ-Netzwerke

Von Martin Müller-Mertens Berliner Umschau

Die Sozialen VZ-Netzwerke (MeinVZ, StudiVZ, SchülerVZ) haben einen neuen Eigentümer. Der Holtzbrinck-Verlag verkaufte die inzwischen zu Poolworks umbenannte Betreibergesellschaft an das Investmentunternehmen Vert Capital. Nach Verlagsangaben behalte Holtzbrinck jedoch die Nutzungsrechte an SchülerVZ, welches Beobachtern als die noch relativ erfolgreichste Plattform der VZ-Familie gilt.

Welche Pläne Vert Capital verfolgt, ist unbekannt. Nach Informationen der Zeitschrift „Werben und Verkaufen“ soll das Unternehmen im Zusammenhang mit dem Sozialen Netzwerk bebo.com stehen. Dieses ist bislang vor allem in England und Ozeanien aktiv, in Deutschland aber weitgehend unbekannt.

Wie viel Geld Holtzbrinck für die kriselnden Netzwerke erhielt, wurde nicht mitgeteilt. Der Verlag hatte StudiVZ im Jahre 2007 für geschätzte 85 Millionen Euro erworben. Mittlerweile verlor es jedoch gegen den Konkurrenten Facebook massiv an Boden. Auch über eine Einstellung der VZ-Netzwerke wurde mehrfach spekuliert.

Holtzbrinck soll bereits längere Zeit nach einem Käufer für das Tochterunternehmen gesucht haben. Erst im Frühjahr wurde die Technikerabteilung ausgelagtert. Anfang Juli kündigte das Netzwerk einen Umbau von SchülerVZ unter der neuen Bezeichnung IDPOOL. „Die Plattform soll perspektivisch über mehrere Stufen zu einem edukativen Angebot ausgebaut werden.“ Für MeinVZ und StudiVZ würden für das vierte Quartal 2012 „neue Optionen geprüft“.