Fröhliches Tierreich bei Facebook

Von Martin Müller-Mertens Berliner Umschau

Eigenes Profil für Hund, Katze und Hamster? Beim sozialen Netzwerk Facebook kommt dies offenbar Millionenfach vor, wie das Unternehmen in seinem aktuellen Börsenbericht einräumte.

955 Millionen Profile existieren derzeit bei Facebook. 4,8 Prozent davon seien Zweitprofile von Menschen, die sich eine weitere Identität gönnen. 1,5 Prozent der Konten werden für das Versenden von Spam eingerichtet. Und 2,4 Prozent besitzen, wie es Facebook ausdrückte, „nicht menschliche Einheiten“, also etwa Haustiere.

Interessant ist diese Zahl für die Werbekunden von Facebook, die nicht zuletzt für eine recht zielgenaue Reichweite bezahlen – und natürlich mit ihren Botschaften auch ankommen wollen. Was selbst bei dem intelligentesten Haustier oder sprechendem Papagei nicht zu erwarten ist.

Allerdings ist Facebook derzeit eher wegen seines schlechten Börsenstarts in den Schlagzeilen. Während die Aktie noch für 38 Dollar ausgegeben wurde, sank sie mittlerweile auf unter 20 Dollar. Allerdings hatten Kritiker diese Entwicklung durchaus kommen sehen. Facebook galt als heillos überbewertet (dabei wird normalerweise der prognostizierte Ertrag zu Grunde gelegt) und um die Anteilsscheine entwickelten sich kurzfristig ein Hype. Die harte Landung erfolgte umgehend.

Daß Masse bei den Nutzerzahlen und hohe Aktienkurse nicht unbedingt zusammengehören, zeigt aktuell übrigens LinkedIn. Dieser Dienst hat weltweit lediglich 175 Millionen Nutzer. Doch die Aktie stieg von 45 Dollar bei der Ausgabe vor einem Jahr auf 105 Dollar am letzten Donnerstag. Der Gewinn ging im zweiten Quartal zwar um 39 Prozent auf 2,8 Millionen Dollar zurück, was jedoch nach Firmen-Angaben an der Ausgabe von Anteilsscheinen an Mitarbeiter liegen soll.

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